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12:56:40 - Kirchheim Erleben-Magazin Herbst/Winter 2012

21 Das MAX-EYTH-HAUS (Lateinschule von 1540 bis 1908) Zu den schönsten Fachwerkbauten der Kirchheimer Altstadt gehört das Max- Eyth-Haus, die ehemalige Kirchheimer Lateinschule. Der Name stammt von dem Dichteringenieur und Gründer der Deutschen Landwirtschaftsgesell- schaft „Max (von) Eyth”, der 1836 im Obergeschoss dieses Hauses geboren wurde. Seit 1923 trägt das Haus diesen Namen. Es besteht aus drei unter- schiedlich alten Teilen, dem Kernbau von 1540 und den beiden Erweiterun- gen im Süden von 1751 und im Norden von 1820. Bei der Erweiterung nach Süden 1751 wurde unter diesem Teil des Hauses ein Gewölbekeller mit Zugang an der Südostecke eingebaut. Dieser Zugang wurde bei der Erweiterung des Schul- hauses 1820 geschlossen. Er ist heute im Innern noch teilweise erhalten. Bis zum Umbau 1820 gab es nur einen einzigen Klassenraum im Erdgeschoss. Nach dem Treppenhausanbau im Wes- ten und der Erweiterung nach Norden waren es dann drei Klassenräume, zugelassen für je 70 Schüler. Der um 1540 erstellte Kernbau der La- teinschule steht nur leicht nach Westen verschoben an der Stelle des Vorgän- gerbaus, des Hauses der „St.-Barbara- Pfründe”. Die Lateinschule wurde in der Südwest-Ecke des ehemaligen Friedhofs um die Martinskirche erbaut. Vom Vorgängerbau wurden der Keller übernommen sowie noch brauchbare Bauhölzer im Inneren. Das ALTE FORSTHAUS Das Alte Forsthaus in der Alleenstraße 14 entstand 1571 und besaß einst wie die anderen gezeigten Bauten ange- blattete Fußbänder im Bereich der Stu- be – heute nur noch anhand einer Blatt- sasse an der Schwelle des ersten Obergeschosses erkennbar – sowie verzapfte Streben an den übrigen Ge- rüstteilen. Das Gebäude ist eines der jüngsten Beispiele in Kirchheim für die sogenannte Übergangszeit im Fach- werkbau. Das GERBERHAUS Das Gerberhaus in der Kanalstraße 28 aus der Zeit um 1540/50 zeigt ebenfalls Fußbänder im Bereich der Stube (1. OG, vordere Gebäudeecke) und ver- zapfte Streben am übrigen Holzgerüst. Das Dach besitzt noch als letztes Kirchheimer Beispiel die im Mittelalter häufige Form mit Halbwalm und drei- eckigem Eulenloch unter dem Dach- first. Vor dem Einbau des Kamins dien- te es als Abzugsöffnung für den Rauch, der von der Flurküche über die Treppen in den Dachraum geleitet wurde. FinanzamtKirchheim Texte: Rainer Laskowski M.A., Stadt Kirchheim und Tilmann Marstaller M.A., Oberndorf Fotos: Wolfgang Feiler

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