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Magazin Kirchheim Erleben Frühjahr/Sommer 2011

mehrere kleinere Kernzonen. Ähnlich wie im Biosphärenpark Wienerwald in Österreich lassen sich solche vom Mensch unberührten Bereiche nur dort zielführend ausweisen, wo sich die Natur bereits Raum nehmen durfte und keine Sied- lungsflächen und menschliche Strukturen einer zusammen- hängenden Kernzone entgegenstehen. PFLEGEZONE In der Pflegezone werden wertvolle Ökosysteme der Kultur- landschaft durch schonende Landnutzung für die Zukunft er- halten. Ziel ist insbesondere die Erhaltung artenreicher und bedrohter Tier- und Pflanzengemeinschaften, deren Fortbe- stand von der Aufrechterhaltung einer pfleglichen Nutzung abhängt. Das Credo der Pflegezone wird am besten mit „schützen durch nützen” beschrieben. Für den Menschen können diese Bereiche, unter Berücksichtigung ökologischer Aspekte, zur Erholung, der Umwelterziehung oder der nach- haltigen Landbewirtschaftung dienen. Grundsätzlich soll die Pflegezone, im Englischen auch „Pufferzone”, die Kernzone wie einen Schutzmantel umgeben und den Übergang zur Ent- wicklungszone darstellen. Natürlich muss diese theoretische Überlegung immer mit den naturräumlichen Gegebenheiten und menschlichen Einflüssen in der Praxis einhergehen. Der aktuelle Anteil der Pflegezone im Biosphärengebiet Schwäbische Alb liegt bei rund 42 %. Beinahe der komplette ehemalige Truppenübungsplatz, kleinere Teile zählen zu den Kernzonen, wurde als Pflegezone ausgewiesen. Aber auch große Bereiche im Landkreis Esslingen, wie das Lenninger Tal, die Flächen um Neidlingen oder die Albtraufkante im Reut- linger Landkreis werden als Pflegezonen geführt. Der größte Anteil der Pflegezone steht heute bereits unter Flächenschutz (Landschaftsschutz, Naturschutz, Natura 2000). Die bisher zulässigen Nutzungen, insbesondere auch die landwirt- schaftlichen, werden auch weiterhin möglich und für den Erhalt der gewachsenen Kulturlandschaft unabdingbar sein. Denn ohne die notwendige Bewirtschaftung und Pflege sind wertvolle Lebensräume wie Streuobstwiesen, Wacholder- heiden oder Mähwiesen in ihrem Fortbestand bedroht. 17