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Magazin Kirchheim Erleben Frühjahr/Sommer 2011

BIOSPHÄRENRESERVATE Großräumige Kulturlandschaften mit reicher Naturausstat- tung können nach deutschem Recht zu „Biosphärenreser- vaten” erklärt werden. Biosphärenreservate sind Modellre- gionen mit hoher Aufenthalts- und Lebensqualität, in denen aufgezeigt wird, wie sich Aktivitäten im Bereich der Wirt- schaft, der Siedlungstätigkeit und des Tourismus zusammen mit den Belangen von Natur und Umwelt gemeinsam inno- vativ fortentwickeln können. Die zusätzliche Anerkennung von Biosphärenreservaten durch die UNESCO als interna- tionales Qualitätslabel erfolgt auf Antrag nach Erfüllung verbindlicher Kriterien. In Deutschland gibt es aktuell 15 UNESCO-Biosphärenreservate. Biosphärengebiet und Biosphärenreservat – zwei Begriffe, eine Bedeutung Hinter der Bezeichnung Biosphärengebiet und Biosphären- reservat steckt die gleiche Idee: nachhaltige Regionalent- wicklung im Einklang mit Mensch und Natur. Der Begriff Bio- sphärenreservat steht international und auf Bundesebene für das modellhafte Miteinander von Ökonomie, Ökologie und Sozialem. Das Land und die Bewohner Baden-Württembergs haben sich gegen den Ausdruck „Reservat” entschieden, wird er hier doch zu sehr mit Isolation und Ausgrenzung assoziiert. Somit findet sich im novellierten Landesnatur- schutzgesetz von Baden-Württemberg unter § 28 das Bio- sphärengebiet wieder. ZONIERUNGSKONZEPT Hinter dem Konzept der Biosphärenreservate steht als Kern- stück die räumliche Gliederung der Gebietskulisse in drei Zonen: Kernzone, Pflegezone, Entwicklungszone. KERNZONE Biosphärenreservate besitzen eine oder mehrere Kernzonen, welche dem unbeeinflussten Naturzustand sehr nahe kom- men sollen. Diese Flächen werden von jeglicher wirtschaft- licher Nutzung freigehalten. Hier geht es also vorrangig um den Schutz natürlicher und naturnaher Lebensräume und Lebensgemeinschaften. In den Kernzonen soll beobachtet werden, wie Entwicklungen in der Natur ohne menschliche Beeinflussung ablaufen. Dies bedeutet nicht, dass der Mensch komplett ausgeschlossen ist, das Betreten ist auf ausgewie- senen Wegen erlaubt. Die Jagd ist ebenfalls möglich, wenn auch in eingeschränkter sowie veränderter Art und Weise. Die Kernzonen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb umfassen vor allem Hangbuchen- und Hangschuttwälder an den steilen Hängen des Albtraufs, die Schluchtwälder seiner tief ein- schneidenden Seitentäler und die klassischen Kuppenwälder der „Kuppenalb”. Aktuell sind dabei rund 3 % als Kernzone ausgewiesen. Die Wälder befinden sich im Eigentum der Kommunen, des Landes Baden-Württemberg und des Bundes. Aufgrund der naturräumlichen Ausstattung und der Nähe zum urbanen Raum besitzt die Modellregion Schwäbische Alb KartengestaltungVIVAIDEA,Stuttgart 16