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Magazin Kirchheim Erleben Herbst/Winter 2010

20 Nabern In den schriftlichen Unterlagen taucht Nabern 861 erstmals auf. In einer Schenkungsurkunde dieses Jahres übereignete der Pfalzgraf Rudolf aus dem Geschlecht der Alaholfinger Grundbesitz in Nabern dem Kloster Wiesensteig. Vom 11. bis in die Mitte des 12. Jahrhunderts gehörte Nabern den Zäh- ringern, danach den Herzögen von Teck, die zu Beginn des 14. Jahrhunderts ihre Rechte an die Habsburger verkauften. Ende des 14. Jahrhunderts kam die hohe Obrigkeit schließ- lich an die Grafen von Württemberg. Ein Ortsadel wird nur einmal im 12. Jahrhundert mit „Arnoldus de Nabera“ erwähnt. Neben den Adelsgeschlechtern der Herren von Dettingen, der Stein zum Rechtenstein und Gangeler von Bissingen wa- ren in Nabern zahlreiche geistliche Grundherrschaften begü- tert. Zu nennen sind neben dem Kloster Wiesensteig das Kloster St. Peter, seit 1261 das Kirchheimer Frauenkloster und 1501 das Chorherrenstift Oberhofen in Göppingen. Der geistliche Besitz kam durch die Reformation und letztendlich 1802 durch die Säkularisation an Württemberg. Im Krieg gegen Herzog Ulrich erlitten die Naberner durch den Schwäbischen Bund schweren Schaden. Die Einwohnerzahl lag Mitte des 16. Jahrhunderts bei etwa 150 und stieg bis zum Beginn des Dreißigjährigen Krieges auf rund 300 Perso- nen. Dieser Krieg reduzierte bis 1648 den Bevölkerungsstand nahezu auf ein Fünftel. Die Pfarrkirche zum heiligen Johannes, eine der ältesten des Kreises Esslingen, bestand schon zu Anfang des 12. Jahr- hunderts. Mit Einführung der Reformation 1534 ließ Herzog Ulrich die Pfarrei zunächst eingehen. 1552 setzte Herzog Christoph den ersten evangelischen Pfarrer in Nabern ein. Durch den reduzierten Bevölkerungsstand im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirchengemeinde von 1635 bis 1656 kirch- lich als Filiale von Bissingen mitbetreut. Im 17. Jahrhundert gehörte Nabern auch bürgerlich ins Gericht nach Bissingen. Seit 1617 lässt sich erstmals ein Schulmeister nachweisen. Durch die Folgen des Dreißigjährigen Krieges ging die Schu- le ein und die Schüler besuchten die Bissinger Schule. Seit 1684 befand sich die Schulstube dann im damals neu er- bauten Rathaus und ein Schulmeister unterrichtete die Na- berner Jugend. Das neue Schulgebäude datiert aus dem Jahre 1873/74. Noch bis zur Jahrhundertwende wurde die gewerbliche Tätigkeit in Nabern nebenher ausgeübt, denn die