Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

Magazin Kirchheim Erleben Herbst/Winter 2010

Schaden; eine Anzahl Häuser wurde eingeäschert und die Kirche beschädigt. Die Bevölkerung ging bis 1654 auf 143 Einwohner zurück und erreichte erst 1740 wieder den Vor- kriegsstand. Kirchlich gehörte Jesingen im Mittelalter zu- nächst zu mehreren Pfarreien. Der Abtshof des Klosters St. Peter gehörte mit seinen Gütern in die Peterspfarrei Weilheim, der Rest des Ortes zur Pfarrei Holzmaden und Kirchheim. Die Propstei hatte für ihren Gottesdienst bereits früh eine Kapel- le, die aber erst 1419 in der schriftlichen Überlieferung auf- taucht. Bald nach dem Verkauf der Propsteibesitzungen an Württemberg erscheint Jesingen als selbstständige Pfarrei im Jahre 1458. Eine Schule gibt es in Jesingen seit dem Jahre 1600. Sie überdauerte auch den Dreißigjährigen Krieg ohne Un- terbrechung. Die Schulstube war im Erdgeschoss des Rathauses. Baugeschichtlich interessant ist die Kirche, deuten doch zwei schmale Rundbogenfenster in der Ostwand auf einen romani- schen Bau des 13. Jahrhun- derts. Romanisch ist auch das regelmäßige Mauerwerk aus kleinen Quadern. Ein Absatz in der Mitte der Langhaus- nordwand könnte einen späteren Erweiterungsbau nach Westen andeuten. Das West- und Südportal der Kirche sind in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in gotischen Formen einge- baut worden. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges war Jesingen eine reine Bauern- und Arbeiterwohngemeinde. Das beweisen die Pendlerlisten von 1937 mit 223 und von 1948 mit 272 Auspendlern. Bis 1968 stieg die Zahl der Gewerbe- treibenden auf 106; Jesingen war damit zum Industrieort ge- worden. Namhafte Firmen, z. B. die Firma Spieth und die Fir- ma Otto Keller, hatten sich in Jesingen angesiedelt und zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen. Seit dem 1. September 1974 ist Jesingen ein Stadtteil Kirchheims geworden. Durch die Ausweisung neuer Baugebiete und die Er- richtung von Gemeinschaftseinrichtungen (Sporthal- le Lehenäcker 1983, Kath. Gemeindezentrum 1994) konnte sich der Stadtteil in der Folge positiv weiter- entwickeln. Die Ortskernsanierung wurde begonnen und ermöglicht in den kommenden Jahren eine Steigerung der Lebensqualität in Jesingen. Das Jesinger Wappen In silbernem Schild ein blauer Schräglinksbal- ken, belegt mit drei silbernen Lindenblättern (als Hinweis auf den Flussnamen Lindach). 19