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Magazin Kirchheim Erleben Herbst/Winter 2010

16 Lindorf Es wird angenommen, dass Lindorf – der Name ist mit Si- cherheit von dem Wort Linde abzuleiten – im frühen Mittelal- ter von Ötlingen aus gegründet worden ist. 1090 wird im Bempflinger Vertrag Lindorf erstmals urkundlich erwähnt. Ein Wernher von Lindorf wird in diesem Vertrag als Zeuge ge- nannt. Er gehörte wohl einem adeligen Ortsgeschlecht an, das aber keinerlei Spuren hinterlassen hat. Vermutlich über die Zähringer kam Lindorf unter die Herrschaft der Grafen von Aichelberg, dann über die Herzöge von Teck an die Grafen von Württemberg. Ebenfalls in Lindorf begütert war das Kirchheimer Dominikanerinnenkloster, das dort drei stattliche Höfe besaß. Kirchlich war stets die gleiche Pfarrei zuständig wie für Ötlingen, nämlich die Kirchheimer Martinspfarrei. Nachdem zu Beginn des 17. Jahrhunderts ein eigener Stab für Ötlingen und Lindorf gebildet worden war, erreichte Lindorf 1829 den Status einer selbstständigen Gemeinde. Lindorf zählte auch zu den ersten beiden Dörfern des alten Oberamtes Kirchheim, die sich von der Leibeigenschaft frei- kauften. 1798 wurden von den Lindorfern 1.250 Gulden auf- gewandt, um die Leibeigenschaft abzulösen. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts zählte der Ort etwa 70 Ein- wohner. Im Dreißigjährigen Krieg waren zeitweise nur noch ganz wenige Menschen im Dorf. Von 67 Personen im Jahre 1684 wuchs die Einwohnerzahl bis 1750 auf 145 Seelen. 1840 bestand das Dorf aus 50 Häusern und die Einwohner- zahl betrug nunmehr 364. Zu dieser Zeit lebten die Lindorfer in sehr bescheidenen Verhältnissen, denn Handwerk und Ge- werbe waren unbedeutend und die kleine Markung ver- schaffte den landwirtschaftlich Tätigen nur das Existenzmini- mum. Erst nachdem ein Teil der Lindorfer Arbeiter in den Fabriken der Nachbarorte Beschäftigung fand, setzte ein Auf- schwung ein. Eine Kirche besaß Lindorf nicht, wohl aber seit 1829 eine Schule im Rathaus, seit 1897 ein eigenes Schul- gebäude. 1934 veranlasste das württembergische Innenministerium, dass Ötlingen und Lindorf in Verhandlungen einzutreten hät- ten mit dem Ziel, in die Stadt Kirchheim eingemeindet zu wer- den. Die veränderte politische Lage und die zentralistischen Bestrebungen der neuen Machthaber im Dritten Reich ließen Ötlingen und Lindorf keinen Spielraum. Im Februar 1935 berichtete Bürgermeister