Magazin - Kirchheim erleben - Frühjahr/Sommer 2010

In der Regel werden beim Sportschießen Wettkämpfe, je nach Disziplin und Altersklasse, mit 40 oder 60 Schuss ge- schossen. Zum Einsatz kamen in der Vergangenheit in der Regel einzelne Zehnerringscheiben, in Wettkämpfen mit dem Luftgewehr jedoch auch Scheibenstreifen, die mit jeweils 10 oder 5 Spiegeln versehen sind. Seit der Jahrtausendwende kommen immer mehr elektronische Messverfahren wie zum Beispiel Infrarot-Lichtschranken-Systeme oder akustische Mess-Systeme zum Einsatz, die den Durchtritt eines Ge- schosses mit hoher Auflösung und Genauigkeit bestimmen. Diese Messungen sind deutlich präziser als eine herkömm- liche Darstellung auf einer Papierscheibe und sind unab- hängig von jeglicher Witterungsart. Während bei den olympischen Disziplinen zwischen den Ge- schlechtern unterschieden wird, gibt es in den nationalen Verbänden auch Disziplinen, bei denen diese Unterschei- dung entfällt. Als Einstieg in das Sportschießen wird gemeinhin das Schie- ßen mit Druckluft-, Federdruck- und CO2-Waffen verstan- den, sodass für diese Waffenarten auch die untere Alters- grenze von 12 Jahren definiert wurde. Ausnahmen (ab 10 Jahren) werden nur unter Einhaltung mehrerer Auflagen durch die Behörden erteilt. Es gibt bei Wettkämpfen keine Altersbegrenzung nach oben. Wer sich fit genug fühlt, kann auch noch mit über 85 Jahren an Wettkämpfen teilnehmen. Jugendlichen, die das 14. Lebensjahr vollendet haben, ist auch das Schießen mit kleinkalibrigen Schusswaffen unter Obhut verantwortlicher und zur Kinder- und Jugendarbeit für das Schießen geeigneter Aufsichtspersonen erlaubt. Unter bestimmten Auflagen bezüglich der physischen und psychi- schen Entwicklung der Jugendlichen können Ausnahmen von den Altersgrenzen beantragt werden. Das deutsche Waffenrecht regelt auch die besondere Qualifizierung der Aufsichtspersonen für das Training mit Jugendlichen. Die offiziellen Wettkämpfe in den verschiedenen Schießdis- ziplinen werden in der Sportordnung des Deutschen Schüt- zenbundes geregelt, die dem Olympischen Reglement folgt. Teilnehmen an Wettkämpfen auf Kreis-, Bezirks(Gau)-, Lan- des- und Bundesebene darf nur, wer die entsprechende Waffendisziplin in einer Vereinsmeisterschaft absolviert hat. Jeder Schütze muss also (mindestens) einem Schützenver- ein angehören und dort in einer Vereinsmeisterschaft die Waffendisziplin schießen, in der er an höherwertigen Wett- kämpfen teilnehmen will. Für die Teilnahme an höherwerti- gen Wettkämpfen ist zum Teil das Erfüllen bestimmter Limit- Ergebnisse erforderlich. So fing es in Kirchheim-Ötlingen an … Mitglieder des TSV Ötlingen 1895 e.V. gründeten die Sport- schützenabteilung im Juli 1959. Vorausgegangen waren Gespräche zwischen dem damaligen Vorstand des TSV Öt- lingen und Vereinsmitgliedern, die die Idee hatten, diese neue Abteilung zu schaffen. Der Vorstand stand der Idee einer Schützenabteilung im Gesamtverein positiv gegenüber. Da- mit waren die Weichen für dieses Vorhaben gestellt. Der anfängliche Trainingsraum in der vereinseigenen Turnhalle stand zur Verfügung und nach einjähri- ger Trainingszeit waren die neuen Öt- linger Schützen gerüstet, ab Oktober 1960 regelmäßig an Rundenwettkämp- fen und Kreismeisterschaften teilzuneh- men. Dem 1969 erbauten Vereinsheim war eine Schießanlage angegliedert, die 1984 renoviert und erweitert wurde. Auch nach dem Totalverlust der Anlage durch den Brand 1990 ließen sich die Schützen nicht entmutigen, bauten wie- der auf und steigerten ihre Präsenz im Leistungssport erheblich. Heute ist das bestehende, in diesem Jahr modifizierte Vereinsheim mit der Schießanlage eine der schönsten Ein- richtungen für den Schießsport in Ba- den-Württemberg. Das sportliche An- gebot und das kameradschaftliche Verhältnis untereinander schaffen für Jung und Alt ein großartiges Umfeld, Vereinsleben positiv zu gestalten und zu erleben. Mittlerweile nutzt auch der Württembergische Lan- deskader die Einrichtungen des TSV Ötlingen zur Schulung seiner Nachwuchstalente. Durch das Ausrichten vieler Veranstaltungen über das ganze Jahr, wie die Bezirks- und Kreismeisterschaften, Runden- wettkämpfe in den verschiedensten Disziplinen und Ligen, waren und sind die „Rübholzer“ in der Lage, den Schießsport einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Auch das alljährlich stattfindende Königsschießen ist immer wieder Grund eines vereinsinternen Wettbewerbs und gemütlicher Geselligkeit. 29

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