Magazin - Kirchheim erleben - Frühjahr/Sommer 2010

Gut Schuss: die Ötlinger Sportschützen Sportschießen, ... der Präzisionssport Sportschießen oder auch Schießsport ist der sportliche Um- gang mit Schusswaffen oder Bogenwaffen (Armbrust, Bo- gen). Sportliches Schießen bedeutet Schießen nach be- stimmten Regeln, die Waffe wird dabei – entgegen ihrem militärischen oder jagdlichen Ursprung – als Sportgerät ver- wendet, ähnlich wie der Speer beim Speerwerfen oder der Degen beim Fechten. Das Sportschießen hat insbesondere in Europa eine lange Tradition. Das Schützenwesen geht auf die Bürgerwehren der Städte zurück. In Deutschland und in den angrenzenden Nachbarländern gibt es zum Beispiel bereits seit dem Mit- telalter Schützengilden. Davon zeugt unter anderem das be- rühmteste Bild des niederländischen Malers Rembrandt, „Die Nachtwache” (1642), welches die Amsterdamer Bür- gerwehr darstellt, eine Schützengilde. Der erste bezeugte Schützenwettbewerb wurde aber bereits 1442 in Zürich ab- gehalten. Nach 1815 setzte ein Aufschwung im Vereinswe- sen ein, von dem auch der Schießsport profitierte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden alle Schützenvereine in Deutsch- land offiziell von den vier Siegermächten verboten und erst in den folgenden Jahren in der jungen Bundesrepublik wie- der erlaubt. Ziel des Sportschießens ist es, die Mitte einer Schießschei- be, durch Einklang von Körper (statischem Aufbau und Kör- perbeherrschung) und Geist (innere Ruhe und Kontrolle von äußeren Einflüssen), zu treffen. Dies braucht Training, sowohl körperliches wie auch mentales. Oft werden diese Belastun- gen unterschätzt und Schießen gelegentlich und ganz un- begründet nicht als Sport anerkannt. Das Sportschießen war bereits 1896 in Athen eine der olympischen Disziplinen. Ei- ner der Gründe war vermutlich, dass der Begründer der Spiele der Neuzeit, Pierre de Coubertin, ein begeisterter Pis- tolenschütze war. Mit Ausnahme von den Olympischen Spielen 1904 in St. Louis und 1928 in Amsterdam, war das sportliche Schießen immer Bestandteil des olympischen Programms. Die Frauen nehmen seit Los Angeles 1984 in getrennten Wettbewerben teil, früher konnten sie (ab 1968) in die „Männer-Teams“ integriert werden. Die Ringanordnung auf einer Schießscheibe wird „Spiegel“ genannt, in den meisten Disziplinen handelt es sich um Ring- scheiben, bei denen maximal zehn Ringe erreicht werden können. Je näher man die Treffer in der Mitte platzieren kann, umso mehr Ringe erhält der Schütze. 28

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