Magazin - Kirchheim erleben - Frühjahr/Sommer 2010

13 Bei der nach dem Tode Bertolds IV. im Jahre 1186 erfolgten Teilung des zähringischen Erbes erhielt dessen jüngerer Bru- der Adalbert den Besitz in unserem Raum mit der Teck. Die- se Seitenlinie nannte sich ab 1187 Herzöge von Teck. Von ei- nem Herzogtum kann allerdings kaum gesprochen werden, denn die territoriale Basis der Herrschaft war nicht größer als die einer mittleren Grafschaft. Um 1220/30 erheben die Her- zöge von Teck Kirchheim zur Stadt. Ein Kirchheimer Stadt- recht ist nicht aufgezeichnet. Man nimmt an, dass es mit dem Freiburger weitgehend übereinstimmte, da diese Stadt etwa 150 Jahre lang als sogenannter Oberhof gerichtliche Beru- fungsinstanz für Kirchheim war. Die Verleihung des Markt- rechtes kann urkundlich nicht nachgewiesen werden. Kirch- heim muss aber 1059 damit ausgestattet gewesen sein, als König Heinrich IV. seinem Ratgeber, dem Grafen von Nellen- burg, die Münzstätte in Kirchheim schenkte. 1249 werden erstmals Stadtbürger genannt und 1261 wird das Stadtrecht urkundlich erwähnt. Für 1293 ist die Stadt- mauer bezeugt und aus dem Jahre 1295 ist das erste Stadt- siegel erhalten, das mit dem „Wecken“ als Symbol die Herzöge von Teck als Stadtherren zeigt. Ende des 13. Jahrhunderts ist Kirchheim mit allen Funktionen einer mittel- alterlichen Stadt ausgestattet. Im Verlauf des 14. Jahrhun- derts müssen die Herzöge von Teck nach und nach ihre ge- samte Herrschaft veräußern, da ihr kleines Herrschaftsgebiet den aufwändigen Lebensstil der zahlreichen Mitglieder der Herzogsfamilie nicht mehr tragen konnte. Kirchheim gelangt damit nach einer vorübergehenden Teilung zwischen Öster- reich und Teck im Jahre 1381 an die Grafen von Württem- berg. Die Herzöge von Teck verlassen ihren Stammsitz und lassen sich in Bayerisch-Mindelheim nieder.

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