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Magazin Kirchheim erleben Herbst/Winter 2013

Handballabteilungen in der Region stellen sich vor 33 Als Geburtstag des Handballs gilt der 29. Oktober 1917, als der Berliner Ober- turnwart Max Heiser (1879 bis 1921) festlegte, dass das 1915 von ihm für Frauen entworfene Spiel „Torball“ zukünftig „Handball“ heißen solle, und er ebenfalls feste Regeln bestimmte. Mit dem Spiel wollte er für Mädchen eine Möglichkeit schaffen, sich auszutoben, da Jungenspiele, wie beispielsweise Fußball, ihm zu körperbetont erschienen. Dementsprechend war seinerzeit auch jede Art von Kampf verboten und das Spiel körperlos. Zwei Jahre später entwickelte der Berliner Turnlehrer Carl Schelenz (1890 bis 1956) Heisers Spiel weiter und machte es auch für Jungen und Männer attraktiv, indem er Zweikämpfe erlaubte und den Ball verkleinerte, womit er das Werfen in den Vordergrund stellte. Auch führte er das Prellen ein. Die restlichen Grundla- gen wie Spielfeld, Mannschaftsgröße und Schiedsrichter übernahm Schelenz praktischerweise vom Fußball. Daraufhin wurde Handball immer beliebter und schnell bildeten sich erste Mannschaften. Im Jahr 1921 wurde schließlich die erste deutsche Meisterschaft ausgetragen, die der TSV 1860 Spandau gewann. Das erste Handball-Länderspiel fand am 13. September 1925 in Halle an der Saa- le zwischen Deutschland und Österreich statt. Die österreichische Auswahl be- siegte dabei Deutschland mit 6:3. 1928 wurde dann im Rahmen der Olympischen Spiele in Amsterdam der erste internationale Handballverband IAHF von den elf Ländern USA, Kanada, Dänemark, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Österreich, Schweden, Tschechoslowakei und Deutschland gegründet. In dieser Zeit wurde das Regelwerk erstmals offiziell festgelegt und vereinheitlicht. Parallel zum Feldhandball entwickelte sich aber auch der Hallenhandball immer weiter. Treibende Kraft beim Gang in die Hallen waren vor allem die skandinavi- schen Länder, die aufgrund der klimatischen Bedingungen nach Möglichkeiten suchten, Taktik und Tempospiel voranzutreiben, ohne auf Wind, Wetter und Jah- reszeiten Rücksicht nehmen zu müssen. Das Spiel wurde, nachdem die Regeln der neuen Umgebung angepasst wurden, sicherer, schneller und somit auch at- traktiver. Trotz der anfänglich gleichen Behandlung von Hallen- und Feldhandball setzte sich der Hallenhandball immer mehr durch. Auf den folgenden Seiten möchten wir Ihnen einige Handballvereine aus der Region vorstellen. Vorab haben wir hier für Sie einige interessante Informa- tionen zur bewegten Geschichte dieses Sports zusammengetragen ... Bereits in der Antike gab es handballähnliche Spiele, genannt „Urania” oder auch „Harpastum” bei den Römern. Auch im Mittelalter wurden verschiedene ver- gleichbare Fangspiele gespielt. Das eigentliche Handballspiel entwickelte sich aber erst um die Jahrhundertwen- de vom 19. zum 20. Jahrhundert aus verschiedenen Ballspielen, wie zum Beispiel Netz-, Korb-, Raff- oder Turmball. Daraus gingen dann erstmals Spiele hervor, bei denen auf Tore geworfen wurde. Das erste Regelwerk wurde 1906 vom dänischen Lehrer und Oberstleutnant Holger Nielsen aus Ordrup bei Kopenhagen entworfen. Man durfte den Ball nur drei Sekunden lang halten und nicht mit ihm laufen. Harpastum, die römische Form von (Frauen)-Handball. Mosaik in der Villa Romana del Casale. Geschichte des Handballs

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