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Magazin Kirchheim erleben Herbst/Winter 2013

Konrad Widerholt Konrad Widerholt, auch Wiederhold oder Wiederholt, wur- de, so wird vermutet, am 20. April 1598 im hessischen Zie- genhain bei Treysa geboren und starb am 13. Juni 1667 in Kirchheim unter Teck. Als deutscher Kommandant im Dreißigjährigen Krieg ist er vor allem als erfolgreicher Verteidiger der Festung Hohen- twiel bekannt. Da Eberhard III. von Württemberg nach Straß- burg flüchten musste, blieb der Hohentwiel die letzte württembergische Bastion. In Anlehnung an Bernhard von Weimar und entgegen den „offiziellen“ Anordnungen seines Herzogs baute er die Bergfeste weiter aus. Zu seinen Kons- trukteursleistungen zählt der Bau einer horizontalen Wind- mühle auf dem Hohentwiel. Solche von der Windrichtung un- abhängigen Windmühlen wurden in Venedig bereits 1616 publiziert, dort hat Widerholt das Prinzip vermutlich kennen- gelernt. Auf deutschem Boden könnte es demnach die erste Windturbine gewesen sein. Konrad Widerholt wird ein streng religiöser protestantischer Eifer zugeschrieben, der auch der Antrieb für seinen Durch- haltewillen gewesen sein soll. So ließ er auf der Festung auch eine Kirche bauen. Um seiner neuen Kirche eine Orgel zu verschaffen, überfiel und eroberte er die Stadt Überlingen am Bodensee. Man bot ihm eine große Geldsumme, Wider- holt wollte jedoch nur eine Orgel – und er bekam sie. Mit dem Westfälischen Frieden von Münster und Osnabrück von 1648 ging zwar die Bergfeste Hohentwiel an Württem- berg zurück. Die eigentliche Übergabe an Eberhard III. von Württemberg verzögerte sich aber bis 1650. Es ist anzuneh- men, dass Widerholt sichergehen wollte, dass Österreich keine Ansprüche mehr daran geltend machen kann. In der Martinskirche ist im Chor ein schmuckvolles Epitaph für Widerholt und seine Frau erhalten. Das Epitaph entstand 1698 als Ergänzung für das ursprüngliche Widerholt-Grab- mal an der Außenmauer der Kirche. Erst Ende 2008 wurde die Grabplatte von Konrad Widerholt im Rahmen von Bau- arbeiten an der Außenseite der Martinskirche in Kirchheim unter Teck zufällig entdeckt. 20 Gedenktafel an der Martinskirche

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