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Magazin Kirchheim erleben Herbst/Winter 2013

Als Sohn des Rotgerbers Heinrich Schöllkopf wurde der deutsche Unternehmer Jakob Friedrich Schöllkopf am 15.11.1819 in Kirchheim unter Teck als zwölftes von fünfzehn Kindern geboren. Er starb am 15.9.1899 in Buffalo, USA. Ab 1834 erlernte er den Beruf des Vaters im elterlichen Ge- schäft und ergänzte seine praktischen Fertigkeiten durch ei- ne zweijährige kaufmännische Tätigkeit. Im Alter von 21 Jah- ren wanderte er nach Amerika aus, arbeitete zwei Jahre lang als Gerber in New York und ließ sich nach ausgedehnten Rei- sen in den Mittleren Westen der USA 1844 in Buffalo am Eriesee, wenige Kilometer oberhalb der Niagara-Fälle, nie- der. Er gründete mit väterlichem Darlehen ein Ledergeschäft und erwarb in der Nähe zwei Gerbereien. Während des ame- rikanischen Bürgerkriegs kamen weitere Gerbereien und Mühlenbetriebe im Nordosten der USA hinzu. Schöllkopfs unternehmerische Erfolge schlugen sich in etli- chen Direktorenposten (Eisenbahn, Banken, Gasversorgung) nieder, vor allem aber wurde er aber als Pionier der Elektri- zität bekannt. 1877 kaufte er bei einer Versteigerung die Mühle des Ingenieurs Day und die Kraftausnutzungsrechte der Niagarafälle auf amerikanischer Seite. Früh erkannte er die Bedeutung der Elektrizität und wandte sich seit 1879 mit der Gründung der „Niagara Falls Hydraulic Power Company“ deren Erzeugung zu. Die Firma bot dort als erste Strom an, versorgte zeitweise die Hälf- te des Staates New York und wurde als „Buffalo Nia- gara and Eastern Power Co.“ eine der größten Ge- sellschaften Nordamerikas. Er kam so in den Ruf eines hervorragenden amerikani- schen Wirtschaftspioniers und galt als „one of the greatest workers and one of the builders of America”; nach ihm benannte die Stadt Niagara Falls eine Autobrücke über den Fluss. Schöllkopf engagierte sich auch als Wohltäter. Er gründete verschiedene Stiftungen sowohl in Buffalo wie in seiner Hei- matstadt Kirchheim, unter anderem sorgte er für die kosten- lose Krankenhausbehandlung von Armen und Waisen. Auch die neugotische Friedhofskapelle auf dem Stadtfriedhof, die momentan renoviert wird, hat er mitfinanziert. In Kirchheim erinnern die Schöllkopfstraße, der Schöllkopf- Brunnen und die Jakob-Friedrich-Schöllkopf-Schule an sei- ne Verdienste. Jakob Friedrich Schöllkopf 19

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